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Mittelalter · Frage

Wie nennt man die mittelalterliche Praxis, barfuß zu gehen oder zu fasten, um seine Frömmigkeit zu zeigen?

Antwort

Buße

Der Hintergrund zur Antwort

Im mittelalterlichen Christentum wurden Handlungen wie Fasten, barfußes Gehen, das Tragen eines Haarhemdes oder Wallfahrten als „Genugtuung“ nach der Beichte verordnet — äußere Zeichen der Zerknirschung, die die zeitlichen Folgen der Sünde wiedergutmachen sollten. Diese sakramentale Praxis verband innere Reue mit konkreten Werken, die der Seele nützen und die Zeit im Fegefeuer verkürzen sollten. Sie prägte das öffentliche Leben: Herrscher vollzogen dramatische Akte (man denke an Heinrich IV. in Canossa 1077), und das Vierte Laterankonzil (1215) schrieb die jährliche Beichte vor. Bewegungen wie die Geißler zur Zeit des Schwarzen Todes trieben solche Akte auf die Spitze. Im Unterschied dazu bezeichnet Askese eine allgemeinere Lebensform disziplinierter Entsagung (typisch für Mönche), Selbstkasteiung meint speziell leibliche Selbstverleugnung (z. B. Selbstgeißelung), und Strenge ist eine allgemeine Striktheit oder Kargheit, nicht notwendigerweise mit Sünde oder dem Sakrament verbunden.

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