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Mittelalter · Frage

Wie nennt man die Abgabe, die Bauern für die Nutzung der herrschaftlichen Mühle oder des Backofens schuldeten?

Antwort

Die Banalabgaben

Der Hintergrund zur Antwort

Das waren herrschaftliche Abgaben, die anfielen, wenn Bauern die vom Grundherrn monopolisierten Einrichtungen nutzten — vor allem Mühle, Backofen oder Kelter. Die Pächter mussten dort mahlen oder backen und zahlten entweder einen Anteil am Ertrag (z. B. als Mahlabgabe) oder Geld. Im Gegensatz dazu ging der Zehnt an die Kirche (etwa ein Zehntel), die Heiratsabgabe betraf Eheschließungen, und das Besthaupt war eine beim Todesfall fällige Abgabe auf das beste Stück Vieh des Bauern. Diese Abgaben, in weiten Teilen des mittelalterlichen Frankreichs «Banalitäten» genannt (vom «ban», der Herrengewalt), zeigen, wie die Grundherrschaft den Alltag prägte. Wer Mühle oder Ofen umging, riskierte Strafen; Haushalte kalkulierten diese Kosten daher in ihre Subsistenz ein. Der Unmut über solche Monopole trug zu ländlichen Unruhen bei; sie gehörten zu den Lasten, die durch die Augustdekrete von 1789 aufgehoben wurden, auch wenn Varianten andernorts noch lange fortbestanden.

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