Mittelalter · Frage
Wie nannte man im Mittelalter den muslimischen Herrscher in al‑Andalus gewöhnlich?
Antwort
Emir
Der Hintergrund zur Antwort
In al‑Andalus führten die Herrscher häufig den arabischen Titel amir (Emir), „Befehlshaber“, was militärische Führung und politische Souveränität ausdrückte. Die Umayyaden von Córdoba nannten sich von 756 bis 929 Emire; 929 nahm ʿAbd ar‑Raḥmān III. den Kalifentitel an. Viele spätere Taifa‑Herrscher gebrauchten ebenfalls amir. Dagegen wurde sultan vor allem im östlichen Islam (z. B. bei den Seldschuken) zum Herrschertitel; der wali war ein Provinzgouverneur, und der Wesir der oberste Minister. Sprachliche Notiz: „Admiral“ stammt von amīr al‑baḥr, „Befehlshaber des Meeres“.