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Mittelalter · Frage

Wie nennt man die dem Grundherrn geschuldete Zwangsarbeit im mittelalterlichen Europa?

Antwort

Frondienst

Der Hintergrund zur Antwort

Das war die verpflichtende, unentgeltliche Arbeit, die Bauern ihrem Herrn oder dem Staat an einer festgelegten Zahl von Tagen im Jahr schuldeten – oft Straßen- und Brückenreparaturen oder Arbeit auf dem Herrschaftsgut. Das unterscheidet sich vom Zehnt (religiöse Abgabe, meist ein Zehnt der Ernte) und von Leibeigenschaft bzw. Hörigkeit, die eher den Rechtsstatus und weitergehende Pflichten beschreiben als diese konkrete Arbeitsleistung. Weit verbreitet im mittelalterlichen Europa und besonders im Frankenreich sowie später im französischen Raum formalisiert, bestand sie bis in die Frühe Neuzeit fort und wurde unter dem Ancien Régime berüchtigt. Weil sie Zeit von den eigenen Feldern abzog und in Krisen ausgeweitet werden konnte, nährte sie Unmut und Aufstände; ihre Einschränkung oder Aufhebung wurde zu einer zentralen Forderung späterer Reformen und Revolutionen.

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