Mittelalter · Frage
Was ist eine „Hungersnot“?
Antwort
Ein schwerer Mangel an Nahrungsmitteln
Der Hintergrund zur Antwort
Eine Hungersnot liegt vor, wenn die Nahrungsmittelversorgung in einer Region zusammenbricht und Menschen über längere Zeit keine ausreichende Ernährung erlangen können. Sie kann durch Missernten, Krieg, Handelsstörungen oder Preisschocks ausgelöst werden und führt zu Mangelernährung, Verhungern und erhöhter Sterblichkeit. Anders als Dürre (Wassermangel), Epidemien (Krankheiten) oder Rationierung (politische Maßnahme) ist sie durch die systemische Nichtverfügbarkeit von Nahrungsmitteln gekennzeichnet.
Im Mittelalter verwüstete die Große Hungersnot von 1315–1317 weite Teile Nordeuropas. Ungewöhnliche Kälte und anhaltender Regen zu Beginn der Kleinen Eiszeit ruinierten die Ernten, Viehseuchen breiteten sich aus, und die Getreidepreise schossen in die Höhe. Millionen litten, soziale Unruhen nahmen zu, und viele Menschen waren geschwächt — Bedingungen, die die Auswirkungen des Schwarzen Todes wenige Jahrzehnte später vermutlich verschlimmerten.