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Mittelalter · Frage

Wie nennt man die alltäglichen Arbeiten und Pflichten, die Bauern einem Grundherrn schuldeten?

Antwort

Frondienst

Der Hintergrund zur Antwort

Im grundherrlichen System schuldeten Bauern mehrere Tage unbezahlter Arbeit auf dem Herrenland (Dominialgut): pflügen, ernten, Straßen und Mühlen instand halten sowie in Spitzenzeiten zusätzliche saisonale Arbeiten leisten. Diese Pflicht bezog sich auf Arbeitsleistung, nicht auf Geld oder Naturalien, und war zentral für die Wirtschaft der Güter, bevor Geld- oder Naturalzinsen vorherrschten. Sie unterschied sich vom Zehnt (kirchlicher Zehntteil), vom Grund- bzw. Pachtzins (Geld- oder Naturalzahlungen für den Landbesitz) und vom Tribut (politische Unterwerfung gegenüber einer höheren Macht). In vielen Regionen entsprach dies der Corvée, also zwangsweise angeordneter Arbeitsdienst. Mit der Zeit, besonders nach dem Schwarzen Tod und der Verknappung der Arbeitskräfte, wurden solche Pflichten teils in Lohnarbeit oder Renten umgewandelt und veränderten die mittelalterlichen Sozialbeziehungen.

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