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Mittelalter · Frage

Was ist der gerichtliche Zweikampf?

Antwort

Ein gerichtlicher Zweikampf zur Entscheidung eines Falls

Der Hintergrund zur Antwort

Im mittelalterlichen Europa konnten Gerichte, wenn es an klaren Beweisen oder glaubwürdigen Zeugen fehlte, den Streitparteien (oder ihren Kämpfern) einen Kampf bewilligen. Der Sieg galt als Zeichen göttlicher Gunst — das 'Gottesurteil' — und damit als rechtsgültige Entscheidung des Falls. Das Ergebnis hatte volle Rechtskraft und überlagerte widersprüchliche Zeugenaussagen.

Diese Praxis entstammte dem germanischen Gewohnheitsrecht und bestand neben anderen Gottesurteilen wie der Feuer- oder Wasserprobe. Sie wurde bei schweren Anschuldigungen, etwa bei Kapitalverbrechen und Bodenstreitigkeiten, angewandt und war besonders unter dem Adel verbreitet. Ein berühmtes Beispiel ist das Duell von 1386 zwischen Jean de Carrouges und Jacques Le Gris in Frankreich. Mit der Etablierung von Geschworenengerichten, Schriftbeweisen und inquisitorischen Verfahren ging die Praxis zurück; in England bestand sie formal bis Ashford v. Thornton (1818), war dort jedoch faktisch obsolet.

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