Mittelalter · Frage
Welches mittelalterliche Handwerk stellte Tinten und Farbstoffe her, oft aus Pflanzen und Mineralien?
Antwort
Färberei
Der Hintergrund zur Antwort
Dieses Handwerk spezialisierte sich darauf, Farbe aus natürlichen Quellen zu gewinnen und zu fixieren. Man weichte Pflanzen und Mineralien ein und ließ sie fermentieren; anschließend setzte man Beizen wie Alaun oder Eisensalze ein, um die Farbe an Materialien zu binden – mit ähnlichem Know-how stellte man auch Schreibtinten her. Ein Standardrezept war Eisengallustinte: tanninreiche Eichengallen, gemischt mit Eisenvitriol und Gummiarabikum, ergaben ein tiefes, haltbares Schwarz. In mittelalterlichen Städten organisierten sich die Farbhersteller in Zünften und hüteten ihre Rezepte streng. Werkstätten lagen oft am Stadtrand, weil die Gärbottiche stark rochen. Häufige Quellen waren Färberwaid für Blau, Krapp für Rot und Färber-Wau für Gelb; Minerale wie Ocker und Grünspan lieferten erdige Töne. Farben trugen auch sozialen Status – Kleiderordnungen konnten leuchtende Farbtöne den Eliten vorbehalten.