Mittelalter · Frage
Was ist das Herrenland (Dominikalland)?
Antwort
Land, das der Herr zu eigenem Gebrauch vorbehielt
Der Hintergrund zur Antwort
Im grundherrschaftlichen System bezeichnete das Herrenland (Dominikalland) den vom Herrn vorbehaltenen und direkt bewirtschafteten Teil des Gutes, der seinen Haushalt versorgte, Gastfreundschaft finanzierte und Verpflichtungen erfüllte. Anders als Bauernparzellen, Dorfgemeinden oder Lehen für Vasallen wurden Felder, Mühlen und Wälder hier zum unmittelbaren Nutzen des Herrn betrieben. Die Arbeit leisteten vor allem Hörige mit Frondiensten (regelmäßige Wochen- und zusätzliche Hand-/Spanndienste); nach dem Schwarzen Tod wurden vermehrt Lohnarbeiter eingesetzt, da die Bevölkerung sank und Löhne stiegen. Im Laufe der Zeit ersetzte man viele Arbeitsdienste durch Geldrenten, und Teile des Herrenlandes wurden sogar verpachtet – ein Schritt zu marktorientierter Gutswirtschaft im späten Mittelalter.