Mittelalter · Frage
Was ist die Volkssprache?
Antwort
Die örtliche Alltagssprache
Der Hintergrund zur Antwort
Sie bezeichnet die gemeinsame Alltagssprache, die man zu Hause und auf Märkten sprach, im Gegensatz zu Latein oder einer prestigeträchtigen Schriftsprache, die von Klerus und Gelehrten verwendet wurde. Damit unterscheidet sie sich sowohl von Fachjargon als auch von einem offiziellen Standardregister – und natürlich von Architektur.
Im Mittelalter war die Entscheidung für die Volkssprache revolutionär: Dante schrieb die Göttliche Komödie auf Toskanisch, Chaucer verfasste Die Canterbury-Erzählungen auf Mittelenglisch, und Troubadoure sangen auf Okzitanisch. Dieser Wandel erweiterte das Publikum, förderte die Alphabetisierung und trug zur Herausbildung regionaler Identitäten bei. Mit dem späteren Buchdruck gewannen diese Alltagssprachen Ansehen und bildeten schließlich die Grundlage moderner Nationalsprachen.