Mittelalter · Frage
Was ist ein „päpstlicher Legat“?
Antwort
Ein Vertreter des Papstes
Der Hintergrund zur Antwort
Diese Gesandten waren bevollmächtigt, mit der Autorität des Papstes zu handeln — Synoden einzuberufen, Streitigkeiten zu schlichten, mit Königen zu verhandeln und sogar Kreuzzüge zu predigen. Das unterscheidet sie von den falschen Optionen: Ein „Nachfolger“ ist der nächste gewählte Papst; „jemand, der für eine Kirche verantwortlich ist“, ist ein Pfarrer oder Rektor; und obwohl ein Legat ein Bischof oder Kardinal sein konnte, war er auf Mission nicht den Ortsbischöfen unterstellt — er stand über ihnen. Im Mittelalter unterschied man legati a latere („von der Seite des Papstes“), meist Kardinäle auf dringlichen Missionen, und legati nati, Erzbischöfe mit dauerhaften Legatenvollmachten in ihren Regionen. Zu den bekannten Beispielen zählen Kardinal Humbert im Jahr 1054 während der Ereignisse, die zum Großen Schisma führten, und Kardinal Pelagius im Fünften Kreuzzug; sie zeigen, wie Legaten die päpstliche Politik in der Christenheit durchsetzten.