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Mittelalter · Frage

Was ist ein „Kalifat“?

Antwort

Ein muslimischer Staat, der von einem Kalifen regiert wird

Der Hintergrund zur Antwort

Bezeichnet einen politischen Herrschaftsraum unter einem Kalifen — khalīfa, arabisch für „Nachfolger“ —, der als Nachfolger des Propheten Muhammad in der Leitung der Gemeinschaft galt. Diese Führung vereinte religiöse Autorität mit weltlicher Macht und unterscheidet sich damit von einem Gelehrtenrat (Ulama) oder einer rein geistlichen, unpolitischen Rolle. Zwar wurden viele Kalifate von erblichen Dynastien getragen, doch eine Dynastie ist die herrschende Familie, nicht die Institution selbst. Im Mittelalter zählen die Umayyaden und vor allem die Abbasiden in Bagdad (750–1258) zu den bedeutenden Beispielen; unter ihnen blühte die islamische Zivilisation in Verwaltung, Handel und Wissenschaft (Stichwort: Haus der Weisheit). Mit der Zeit verlagerte sich die tatsächliche Macht oft auf Emire und Sultane, während Kalifen vorwiegend symbolische Autorität behielten; spätere Anwärter — von den Abbasiden im mamlukischen Kairo bis zu den Osmanen — nutzten den Titel, um Herrschaft im muslimischen Raum zu legitimieren.

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