Mittelalter · Frage
Was bedeutet „Illumination“ in einer mittelalterlichen Handschrift?
Antwort
Gemalte Verzierungen und Vergoldung
Der Hintergrund zur Antwort
In mittelalterlichen Büchern bezeichnet Illumination den gemalten Schmuck – Initialen, Bordüren und Miniaturen – oft mit Blattgold veredelt, das im Kerzenlicht buchstäblich glänzte. Der Begriff geht auf das lateinische illuminare („erleuchten“) zurück und spielt darauf an, wie Metall und leuchtende Pigmente die Seiten zum Strahlen brachten. Es handelt sich nicht um Randkommentare, nicht um Einbandgestaltung und auch nicht um praktische Beleuchtungstipps. Dieser Buchschmuck entstand zunächst in klösterlichen Skriptorien und später in städtischen Werkstätten. Er verwendete kostbare Materialien wie Ultramarin aus Lapislazuli und Goldpulver und zeugte von Frömmigkeit wie auch von Wohlstand. Berühmte Beispiele sind die Lindisfarne-Evangelien und die Très Riches Heures. Fun Fact: „Miniatur“ leitet sich hier von minium (Mennige, rotes Blei) ab – nicht von der kleinen Größe der Bilder.